Hardware Cologne

Hardware Cologne » Allgemein » Heidi, Sissi und die Gabi-Schweste…

Heidi, Sissi und die Gabi-Schwestern stemmen ein Jahrhundertprojekt

 

Spektakuläre 440 Meter lang, 2.700 Tonnen schwer, zehn Motoren, 62 Rollenmeißel und unglaubliche 3.500 kW: Das sind Gabi I, Gabi II, Heidi und Sissi – die riesigen Tunnelbohrmaschinen von Herrenknecht, die ein Jahrhundertprojekt, den Basistunnel unter dem St. Gotthard-Massiv und den Schweizer Alpen freischaufeln. Sie bewegen dabei unfassbare 28 Millionen Tonnen Gesteinsmasse. Über 228 Kilometer Schienen, 190.000 Bodenschwellen und 2.800 Kilometer Kabel für Stromversorgung und Datenübertragung werden in den Röhren des weltweit längsten Eisenbahntunnels verlegt. Dieser wird nach Fertigstellung den regen Austausch an Rohstoffen, Industrieprodukten, Nahrungsmitteln und vielem mehr – vor allem zwischen Italien und Nordwesteuropa – unterstützen. Auch der Tourismus wird von der neuen Verbindung nachhaltig profitieren.

Präzise wie ein Schweizer Uhrwerk verliefen die Bauarbeiten bisher, sodass der geplanten Fertigstellung des bisher 12 Mrd. Franken (etwa 9,34 Mrd. Euro) teuren Großprojekts bis 2017 nichts im Wege stehen dürfte. Im Gegenteil: Die Arbeiten schreiten so rasch voran, dass der Tunnel bereits Ende 2016 in Betrieb genommen werden könnte. Der Durchschlag in der Oströhre des Tunnels erfolgte bereits am 15. Oktober 2010 – die Weströhre wurde am 23. März 2011 zum ersten Mal mit Tageslicht durchflutet. Eine wahre Meisterleistung, die allerdings auch ein Problem mit sich bringt: Die Schaffung der entsprechenden Anschlussverbindungen verläuft schleppend und setzt die Nachbarländer unter Zugzwang.

Der neue Gotthard-Tunnel ist für eine moderne Flachbahn konzipiert. Der höchste Punkt der Trasse liegt auf nur 550 Metern Meereshöhe, die Steigung beträgt maximal acht Promille. Nach Inbetriebnahme können Hochgeschwindigkeitszüge mit bis zu 250 km/h Personen, Waren und Fahrzeuge sicher durch die Alpen transportieren. In Verbindung mit dem Ceneri-Basistunnel soll die Fahrzeit zwischen Zürich und Mailand mit Neigung um etwa eine Stunde – von 3,4 auf 2,4 Stunden – verkürzt werden. Damit nichts schiefgeht, ist präzises Abmessen unverzichtbar. Die kombinierten Systeme von Leica Geosystems und Amberg Measuring Technique sind deshalb bei den Tunnelbauern permanent im Einsatz. Sie verkürzen nicht nur die notwendige Zeit zur Sicherstellung des korrekten Vortriebs, sondern sie sorgen auch dafür, dass der gesamte Konstruktionsprozess wesentlich effizienter und präziser ausgeführt wird. Früher, als es noch keine so umfassende Kontrolle gab, wurde alles mit einem Bandmaß (!) nachgemessen. Jetzt erlaubt die elektronische Distanzmessung, jeden Messpunkt in zehn Sekunden präzise zu bestimmen. Somit können später die Hochgeschwindigkeitszüge sicher durch die Röhren düsen.

Weiterführende Links:

Der historische Durchbruch in bewegten BildernBaustellentourismusIn Rekordzeit durch den Berg (Süddeutsche Zeitung); Die Schweiz fordert einen schnelleren Ausbau (Handelsblatt)

Keine Kommentare »

No comments yet.

Kommentare via RSS verfolgenDie Trackback-Adresse

Leave a comment

Termin

Die INTERNATIONALE EISENWARENMESSE KÖLN findet vom 06. bis zum 08. März 2016 statt.

Kontakt

Das Projektteam berät Sie gerne und hilft Ihnen bei der Planung, Vorbereitung und Organisation Ihrer Messebeteiligung.

Co-Autoren von Hardware Cologne

Rainer Langelüddecke
Rainer Langelüddecke
Geschäftsführer
FWI

Tags